Vom 23. Mai bis 02. Juni 2019 findet das Wildwuchs Festival statt.

Drei Menschen von hinten. Links und rechts zwei halb nackte Frauen, die eine dick, in der Mitte ein glatzköpfiger Mann im Pelzmantel.
© Anna Breit
Von:
Teresa Vittucci, Michael Turinsky, Claire Vivianne Sobottke
Format:
Tanz
Dauer:
60 Minuten
Preis:
15 CHF

Zugänglichkeit

Rollstuhlgängig

Inhalt

Die drei Menschen auf der Bühne haben sehr unterschiedliche Körper. Welche Bewegungen entstehen, wenn sich Körper begegnen, die so verschieden sind? Welche Vorstellungen haben wir von normalen Körpern?

Teresa Vittucci, Michael Turinsky und Claire Vivianne Sobottke setzen sich in ihrer Performance mit der Figur des Monsters auseinander. Denn das Monster kann Vorstellungen von Normalität ausser Kraft setzen. Damit gleicht es dem Wunder. Auch ein Wunder stellt durch sein Auftreten unsere natürliche Ordnung in Frage. Ein Monster ist ein Mischwesen: Weder Mann noch Frau, weder Tier noch Mensch, weder natürlich noch künstlich. Genau mit diesen Grenzen spielen die Darstellenden. Sie erschaffen ausgehend von ihren eigenen Einschränkungen und Zuschreibungen eine neue Bewegungssprache.
Das vermeintliche Scheitern wird zur Möglichkeit und die Begegnung der drei wird zum politisch-sozialen Forschungsfeld.

Drei Menschen von hinten. Links und rechts zwei halb nackte Frauen, die eine dick, in der Mitte ein glatzköpfiger Mann im Pelzmantel.
© Anna Breit

Biografien

Teresa Vittucci

Teresa Vittucci ist Choreografin und Tänzerin. Sie absolvierte das Konservatorium in Wien, die Ailey School, die Salzburg Experimental Academy of Dance (SEAD) und machte ihren MA an der Hochschule der Künste Bern. Ihre Arbeiten «UNLEASH« (2012), «U BETTA CRY» (2013) und «LUNCHTIME» (brut Wien 2015) wurden an vielzähligen Theatern und Festivals gespielt u.a. imagetanz Wien, Swiss Dance Days, zürich moves!, Zürich Tanzt, TANZ IST, Theater Winkelwiese, Performa Lososne, Theatre de l'Usine und Südpol Lu-zern. Unter anderem kollaboriert Sie mit The Loose Collective, Staatstheater Mainz, Marie Caroline Hominal und Nils Amadeus Lange. Teresa erhielt ver-schiedene Stipendien, das danceWEB Stipendium von ImpulsTanz (Mentor Ivo Dimchev), das Auslandsstipendium des Österreichischen Kulturministeriums (BKA), das STARTstipendium des BKA und eine TURBOresidency am Impul-sTanz 2014 (Mentoren Meg Stuart & Miguel Guiterrez). Ihre Arbeiten «U BETTA CRY», «LUNCHTIME», «All Eyes On» und «Hate me, tender» werden national und international getourt. All Eyes on ist bei den dies-jährigen Swiss Dance Days gezeigt worden. 2019-2020 ist Teresa Young Asso-ciated Artist des Tanzhaus Zürich. https://www.teresavittucci.com

Michael Turinsky

Michael Turinsky lebt und arbeitet als Choreograf, Performer und Theoretiker in Wien. Sein Interesse gilt zum einen der eingehenden Auseinandersetzung mit der spezifischen Phänomenologie des als “behindert” markierten Körpers, dessen spezifischen In-der-Welt-seins, dessen Verhältnis zu Zeitlichkeit und Rhythmus, Affekt und Affektproduktion, Geschlecht und Sexualität, Sicht-barkeit und Undurchsichtigkeit; und zum anderen der rigorosen Auseinander-setzung mit Diskursen rund um die produktive Spannung zwischen Politik und Ästhetik. Zwischen 1998 und 2005 studierte er Philosophie an der Universität Wien. Als Performer kollaborierte er u.a. mit Bert Gstettner, Barbara Kraus, Legit-imate Bodies/Robin Dingemans/Mick Bryson und Doris Uhlich. Zu seinen choreografischen Arbeiten zählen «Heteronomous male», «My body, your pleasure», «Second Skin - Turn the beat around», «Second Skin - Master of Ceremony», «REVERBERATIONS». Seine Kollaboration «Ravemachine» mit Do-ris Uhlich erhielt 2017 den Nestroy-Spezialpreis. www.michaelturinsky.org

Claire Vivianne Sobottke

Claire Vivianne Sobottke (D/F) definiert ihre Arbeit als Ort des Widerstands. 2013 war sie DanceWeb – Stipendiatin bei Impulstanz, Wien. 2014/15 entwickelte sie «golden game», wo sie das ungezähmte Potential der Kindheit als Übergang in eine unzensierte Wildnis nutzt. In ihrem Solo «strange songs» (2016) ist die Stimme Motor der Choreografie. Singen artikuliert sie als sinnlichere Form des Sprechens. 2016 erarbeitet sie eine Interpretation des Hexentanzes (Wigman) und gründet "Amazonas", eine Plattform für Berliner Künstlerinnen. 2017 wird sie von der Zeitschrift “Tanz” als Hoffnungsträgerin Tanz 2017 ausgezeichnet und gewinnt den Fm4 Award des ImpulsTanz Festivals Wien für ihr Solo «strange songs». Sie arbeitet unteranderem mit mit Meg Stuart/Dam-aged Goods, Tino Sehgal, Tian Rotteveel, Christoph Winkler, Karol Tyminski, Institutet, Gaetan Rusquet.

Credits

Choreographie/Performance

Teresa Vittucci, Michael Turinsky, Claire Vivianne Sobottke

Szenografie

Anna Wohlgemuth, Lilli Unger

Dramaturgie

Sheena McGrandles

Produktionsleitung

groundworkers/Kira Koplin

Technische Leitung

Lukas Sander

Eine Koproduktion von OH DEAR Zürich und dem Verein für Philosophische Praxis mit dem Tanzhaus Zürich, dem Arsenic Lausanne, der Kaserne Basel. In Kooperation mit dem Wildwuchs Festival und dem WUK Performing Arts Wien.
Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia, der Stadt Zürich, dem Kanton Zürich und der Stadt Wien.