Das Wildwuchs Festival 2021 findet statt vom 27. Mai bis 6. Juni.

Nina Mühlemann von Criptonite
Bild: Naomi Tereza Salmon
Von:
Criptonite von Nina Mühlemann und Edwin Ramirez
Format:
crip-queeres Theaterprojekt
Sprache:
Deutsch und Englisch
Dauer:
ca. 70 Minuten
Preis:
CHF 15.-
Zusatzinformation:
Tickets ab 17. Mai 2021 auf www.seetickets.ch

Zugänglichkeit

Rollstuhlgängig

Übertitel

Inhalt

Edwin Ramirez und Nina Mühlemann sind Performance-Künstler:innen aus Zürich. Im Zentrum ihrer crip-queeren Veranstaltungs-Reihe «Criptonite» stehen Künstler:innen mit Behinderungen. Gemeinsam mit ihren Gästen beschäftigen sich die beiden Gastgeber:innen mit Fragen der Zugänglichkeit, gegenseitiger Abhängigkeit und körperlicher Selbst-Bestimmung.

Geschichtlich wurde Behinderung oft im Grenzbereich zwischen dem Menschlichen und dem Monströsen und Tierhaften eingeordnet. Was bedeutet es, sich dieser Verbundenheit nicht zu widersetzen, sondern ihr nachzugeben und diese Gemeinsamkeiten weiter zu erkunden? In einem Moment, in dem wir langsam alle aus dem kollektiven Winterschlaf aufwachen und nach Wegen suchen, um auch über Distanzen hinweg füreinander da zu sein, sind es Tier- und Pflanzenarten, die uns Geduld, Sorgfalt und Beständigkeit lehren können. Die Wildwuchs-Ausgabe von Criptonite widmet sich den langsamen Tieren. Von der Schnecke bis hin zum Gila Monster werden Verhaltens- und Bewegungsmuster untersucht, die sich der Geschwindigkeit unserer zielstrebigen Gesellschaft widersetzen. Und wie es sich für Criptonite gehört, gibt es natürlich auch kitschige Pop-Songs, schwarzen Humor und das prachtvollste Zweifinger-Faultier, das Du je gesehen hast!

Edwin Ramirez und Nina Mühlemann sitzen auf Kissen auf dem Boden und sprechen miteinander
Edwin Ramirez und Nina Mühlemann
Edwin Ramirez sitzt im Rollstuhl und hält ein blaues Kissen in der Hand
Edwin Ramirez

Biografien

Nina Mühlemann

Nina Mühlemann ist in Zürich aufgewachsen und hat in Basel und London Englische Literatur studiert. Ende 2017 stellte sie am King’s College London, wo sie auch unterrichtete, ihre Doktorarbeit auf den Gebieten Performance und Disability Studies fertig. Darin untersuchte sie Kunstwerke von Künstler:innen mit einer Behinderung, die durch die London 2012 kulturelle Olympiade unterstützt wurden. Vom Sommer 2018 bis Ende 2019 leitet sie zusammen mit dem Künstler Jeremy Wade die Future Clinic for Critical Care, ein soziokulturell animiertes Kunstprojekt, in dem es um Fürsorge und Behinderung geht. In diesem Projekt arbeitet sie künstlerisch als Autorin, Darstellerin und Dramaturgin. Sie hat an drei Veranstaltungen in der Gessnerallee Zürich sowie an einer Veranstaltung am Impulstanzfestival Wien auf und hinter der Bühne mitgewirkt. Momentan arbeitet sie mit der Künstlerin Emily Magorrian an einer Arbeit zu feministischen Pop-Songs, die voraussichtlich am Zurich moves! Festival 2020 im Tanzhaus Zürich gezeigt wird. Sie co-kuratierte und co-organisierte ausserdem das IntegrART Symposium 2019, ein Netzwerkprojekt des Migros Kulturprozent, das Künstler:innen mit einer Behinderung unterstützt.

Edwin Ramirez

Edwin Ramirez ist ein Stand Up Comedian und Performance Künstler aus Zürich. Seine Arbeit fokussiert sich darauf Ableismus und Rassismus im Alltag aufzuzeigen. Im Jahr 2017 war er für die Kategorie Bester Newcomer der Swiss Comedy Awards nominiert. Seit dem Herbst 2018 bis Ende 2019 ist er zusammen mit Jeremy Wade und Nina Mühlemann Teil der Future Clinic for Critical Care, ein Kunstprojekt, bei dem es um Fürsorge und Behinderung geht. In diesem Projekt arbeitet er künstlerisch als Autor, Darsteller und Dramaturg. Im Mai 2017 ist er als Teil der grossen um_ordnung in einem Performance Lab mit anderen schwarzen, queeren Künstlern aus der Schweiz aufgetreten. Dieses Kollektiv trat seither unter dem Namen «We Real Cool» am Rature Festival 2019 in Genf auf und ist im Frühjahr 2020 Teil der Serie «Im/possible Spaces» (Gessnerallee Zürich). Er hält zudem Vorträge zu Afrofuturismus und Science-Fiction als Inspiration zur Veränderung von Gesellschaftsstrukturen.

Paloma Ayala

Paloma Ayala (geb. 1980, Matamoros, Mexiko) ist eine bildende Künstlerin, die sich für die Beziehung zwischen häuslichen Lebensstrategien und politischen Kontexten interessiert. Sie ist eine Diaspora-Mutter und eine Mestiza-Tochter, deren Arbeit historische, ökologische oder soziale Problematiken als Mittel der Analyse und Kritik fiktionalisiert. Palomas Projekte nähren Visionen von Verbindung und Träume von Emanzipation. Ihre Arbeit ist in ihrer Heimat, den östlichen USA und Mexiko-Grenzlandschaften verwurzelt und blüht gleichzeitig in ihrer derzeitigen Basis in Zürich auf.

http://www.palomaayala.com


Alessandro Schiattarella

Alessandro Schiattarella wurde 1982 in Neapel geboren. Er studierte Tanz am Teatro San Carlo in Neapel, an der Mailänder Scala und machte seinen Abschluss bei Rudra Bejart in Lausanne. 2016 erwarb er das Certificate of Advanced Studies in Dance Sciences an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern und 2020 den Master in Fine Arts an der FHNW Basel. Als Tänzer arbeitete er u.a. mit Maurice Bejart, Marco Goecke, Koen Augustijnen, Haris Pasovic zusammen und trat u.a. am Napoli Teatro Festival, dem Bejart Ballet Lausanne, dem Grand Theatre in Genf, dem Konzert Theater in Bern, dem Basel Ballett und dem Scapino Ballet in Rotterdam auf. Im Jahr 2014 kreierte er sein erstes Solo "Altrove", das daraufhin für die renommierte internationale Plattform Aerowaves Twenty17 ausgewählt wurde. Seit 1996 lebt er mit einer seltenen Krankheit namens "Hirayama Disease" , die ihn seit 2015 dazu veranlasst, choreografische Projekte im Bereich der Behinderung zu entwickeln, wie "Tell me where it is" (2015), "Strano" (2017), "One at a Time" (2018) oder "Rejected" (2019). Seine Arbeiten wurden in Theatern, Kunsträumen und Festivals wie ROXY Birsfelden, Dampfzentrale Bern, Tanzhaus Zürich, Festival Belluard Bollwerk International Fribourg, NO Limits Festival Berlin, Brave Festival Wracklaw, Temporada Alta Lima, Sommerblut Köln, Parade Festival Utrecht, Gati Dance Forum New Delhi u.a. präsentiert. Seit 2016 wird er von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia für den kulturellen Austausch unterstützt: Seminare, Workshops und Projekte zwischen der Schweiz und Singapur, Großbritannien, Südafrika, Indien und Sri Lanka. In der Saison 2020-21 wurde er als Mentor für "double", die Mentoring- und Coaching-Plattform des Migros-Kulturprozent, ausgewählt.

www.schiattarella.info

Credits

Performer:Innen

Nina Mühlemann, Edwin Ramirez, Alessandro Schiattarella, Paloma Ayala

Bühne

Gabriela Rutz

Licht

Sina Knecht

Produktion, Untertitel

Sarah Schoch

Audiodeskription

Kathrin Veser

Ko-produktion: Gessnerallee Zürich.

Förderer: Stadt Zürich, Kanton Zürich, EBGB (Eidgenössisches Büro für Gleichstellung von Menschen mit Behinderung), Stiftung Corymbo, Migros Genossenschaft Zürich,Netzwerk: Freischwimmen